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Leben mit Parkinson (PK)

Leben mit Parkinson (PK)

Das Parkinson (PK) ist eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen und betrifft weltweit rund 10 Millionen Menschen. Es handelt sich um eine chronische, fortschreitende Erkrankung. Dank medizinischer Fortschritte können Menschen mit einer PK heute trotz der Diagnose oft lange und aktive Leben führen.


Parkinson verursacht sowohl motorische als auch nicht-motorische Symptome. Zu den motorischen Symptomen gehören Tremor (Zittern), Bewegungsverlangsamung (Bradykinese), Muskelsteifheit (Rigor) sowie Gleichgewichts- oder Gangstörungen. Diese können Alltagsaktivitäten wie Schreiben, Anziehen oder sicheres Bewegen beeinträchtigen. Nicht-motorische Symptome sind ebenso wichtig und können Jahre vor den Bewegungsproblemen auftreten. Dazu gehören Riechverlust, Verstopfung, Schlafstörungen (z. B. das Ausagieren von Träumen), Stimmungsschwankungen wie Angst oder Depression sowie Gedächtnis- oder Denkprobleme. Eine wirksame Versorgung bei Parkinson umfasst mehr als Medikamente allein. Sie beruht häufig auf einer Kombination aus medizinischer Behandlung, Rehabilitation, sozialer Unterstützung und Strategien, die Menschen dabei helfen, ihre Alltagsfunktion und Lebensqualität zu erhalten. Gesundheitsfachkräfte, Angehörige, Unterstützungsnetzwerke und Menschen mit Parkinson spielen dabei jeweils eine wichtige Rolle.


Medizinische Behandlung: Therapien und Betreuungsteam

Zwar gibt es derzeit keine Heilung für Parkinson, doch viele Behandlungsmöglichkeiten können die Symptome wirksam lindern. Das Fundament der PK-Therapie sind Medikamente – insbesondere Levodopa, das vom Körper in Dopamin umgewandelt wird, um den Dopaminmangel im Gehirn auszugleichen. Andere Medikamente (wie Dopaminagonisten oder MAO-B-Hemmer) können ebenfalls helfen, und im Krankheitsverlauf profitieren manche Betroffene von technikgestützten Therapien wie der tiefen Hirnstimulation (THS) oder Pumpensystemen für eine kontinuierlichere Medikamentenabgabe. Diese medizinischen Behandlungen können Symptome wie Zittern, Steifheit und Verlangsamung deutlich verbessern.


Ebenso wichtig ist ein umfassendes Behandlungsteam. Die meisten Menschen mit Parkinson stehen unter der Betreuung einer Neurologin bzw. eines Neurologen und sehen zusätzlich Physiotherapeut:innen, Ergo- und Logotherapeut:innen, Ernährungsberater:innen und Fachkräfte für psychische Gesundheit. Dieser Ansatz berücksichtigt die vielen Aspekte der PK – von Bewegungsproblemen und Sprachänderungen bis hin zu Schluck-, Stimmungs- und Denkstörungen. Dennoch wird der Großteil des alltäglichen Lebens mit Parkinson zu Hause bewältigt. Selbstfürsorge ist ein entscheidender Teil der Behandlung – neben den medizinischen Maßnahmen.


Die meiste Versorgung in diesem chronischen Krankheitsbild findet außerhalb der Klinik statt, durch die Betroffenen selbst, oft mit Unterstützung von Angehörigen. Die schwedische Patientenvertreterin Sara Riggare berichtet beispielsweise, dass sie nur etwa eine Stunde pro Jahr mit ihrer Neurologin verbringt, während die verbleibenden 8.765 Stunden im Jahr in Selbstfürsorge bestehen, in denen sie ihr eigenes Wissen und ihre Erfahrung anwendet, um ihre Parkinson-Erkrankung zu managen. Dieses eindrückliche „1-vs.-8.765-Stunden“-Verhältnis verdeutlicht, dass der größte Teil des Lebens mit Parkinson außerhalb des Gesundheitssystems stattfindet. Dabei stützen sich Menschen auf ihre eigenen Erfahrungen sowie auf die Unterstützung von Angehörigen, Freunden und anderen Unterstützungsnetzwerken.


Die Bedeutung der Selbstfürsorge beim Parkinson-Management

Außerhalb medizinischer Termine entwickeln viele Menschen mit Parkinson Routinen und Strategien, die ihnen im Alltag helfen. Dazu können die Einnahme von Medikamenten, körperliche Aktivität, soziale Kontakte und das Wahrnehmen von Unterstützung gehören. Verschiedene Faktoren können dazu beitragen, Wohlbefinden und Lebensqualität zu erhalten. Zu den wichtigsten Bereichen der Selbstfürsorge gehören:


Regelmäßige Bewegung: Bewegung kann für Menschen mit Parkinson genauso wichtig wie Medikamente. Körperliche Aktivität kann Mobilität, Gleichgewicht und Selbstständigkeit erhalten. Viele Studien zeigen, dass Bewegung eine Vielzahl motorischer und nicht-motorischer Parkinson-Symptome verbessern kann. Unterschiedliche Bewegungsformen sind hilfreich – Ausdauertraining, Krafttraining oder Gleichgewichtsübungen. Entscheidend ist, Aktivitäten zu finden, die Freude bereiten – sei es Tanzen, Gärtnern oder spezielle Parkinson-Sportgruppen. Viele Betroffene berichten, dass Bewegung nicht nur die körperlichen Symptome verbessert, sondern auch Stimmung und Selbstvertrauen stärkt. Außerdem gibt es viele Hinweise darauf, dass Bewegung neuroprotektiv wirkt und das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen könnte.


Gesunde Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung unterstützt die allgemeine Gesundheit und kann bestimmte Parkinson-Probleme lindern. Es gibt keine „Parkinson-Diät“, die Symptome heilt, aber gute Ernährung kann helfen, Symptome zu managen. Wichtig sind ausreichend Flüssigkeit und Ballaststoffe, da Verstopfung bei der PK häufig ist. Kurz gesagt: Gute Ernährung hilft, Energie zu erhalten, Komplikationen zu vermeiden und die Gesundheit von Körper und Gehirn zu unterstützen.


Mentale und emotionale Gesundheit: Parkinson betrifft nicht nur die Bewegung – es kann auch Stimmung, Emotionen und Denken beeinflussen. Ungefähr 50 % der Betroffenen erleben im Verlauf der Erkrankung Depressionen oder Angstzustände. Diese Symptome sind Teil der Erkrankung (aufgrund biologischer Veränderungen im Gehirn) und nicht nur eine Reaktion auf die Diagnose. Die Behandlung von Depression oder Angst kann die Lebensqualität erheblich verbessern und sogar die körperliche Funktion positiv beeinflussen.


Kognitive und soziale Aktivität: Manche Menschen mit Parkinson bemerken im Laufe der Zeit Veränderungen des Gedächtnissesoder der Denkgeschwindigkeit. Manche Menschen wählen Aktivitäten wie Lesen, Rätsel, das Erlernen neuer Fähigkeiten oder kreative Hobbys, um geistig aktiv zu bleiben. Auch soziale Kontakte sind wichtig – Austausch mit Familie und Freunden verhindert Isolation und hebt die Stimmung. Lokale Parkinson-Gruppen oder Selbsthilfegruppen können zusätzlichen Austausch und praktische Tipps bieten.


Anpassung und Sicherheit im Alltag: Ein praktischer Aspekt der Parkinson-Versorgung besteht darin, Anpassungen vorzunehmen, um sicher und unabhängig zu bleiben. Kleine Veränderungen – wie Haltegriffe im Bad, Schuhe zum Hineinschlüpfen oder Besteck mit größeren Griffen – können Alltagsaufgaben erleichtern. Eine ehrliche Einschätzung, wann Unterstützungen sinnvoll sind (z. B. ein Gehstock, ein Rollator oder Hilfe beim Autofahren), ist wichtig. Solche Anpassungen sind keine Niederlage, sondern kluge Strategien zur Erhaltung der Lebensqualität.


Gut leben mit Parkinson

Parkinson betrifft nicht nur die erkrankte Person, sondern auch ihre Angehörigen. Informelle Pflegepersonen – häufig Partner:innen, erwachsene Kinder oder enge Freund:innen – spielen eine große Rolle in der Versorgung. Bildung und Information sind entscheidend: Wenn Angehörige über diePK Bescheid wissen, können sie besser bei Medikamenten, Bewegung und Arztbesuchen unterstützen. Sie können helfen, Selbstfürsorgestrategien umzusetzen: gemeinsam Sport treiben, gesunde Mahlzeiten zubereiten oder soziale Aktivitäten fördern. Ebenso wichtig ist, dass Pflegepersonen gut für sich selbst sorgen und Unterstützung suchen (Auszeiten, Selbsthilfegruppen, Beratung), um Überlastung zu vermeiden.


Obwohl Parkinson fortschreitend ist, führen viele Menschen über Jahrzehnte ein erfülltes Leben nach der Diagnose. Es gibt keinen einzelnen Ansatz, der für alle passend ist. Viele profitieren von einer Kombination aus medizinischer Behandlung, Rehabilitation, sozialer Unterstützung und Aktivitäten, die ihr körperliches, emotionales und soziales Wohlbefinden fördern. Welcher Ansatz am besten geeignet ist, unterscheidet sich von Person zu Person. Die Erfahrungen und Perspektiven von Menschen mit Parkinson sind wertvoll für Entscheidungen rund um die Versorgung. Forschung zeigt, dass eine gute Parkinson-Versorgung Zugang zu Informationen, Unterstützung und Ressourcen bieten sollte, damit Menschen in dem Maß an Entscheidungen über ihre Versorgung beteiligt sein können, wie sie es wünschen. Am besten funktioniert die Versorgung als Zusammenarbeit zwischen Betroffenen, Angehörigen und Gesundheitsfachkräften.

 

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